3D Animation zeigt Zwerg-Planet Ceres

Die NASA hat mithilfe von 80 Fotos der Raumsonde Dawn, die diese auf ihrer Bahn um den Zwergplaneten Ceres aufgenommen hat, eine beeindruckende 3D Animation erstellt:

Die verwendeten Bilder stammen alle von der Raumsonde Dawn, die den Zwergplaneten Ceres auf einer Höhe von 13.600 km und 5.100 km seit Anfang März umrundet. Die Sonde nutzte ihren Ionenantrieb, um dem Planeten spiralförmig näher zu kommen und befindet sich nun nur noch 4.400 km von der Ceres-Oberfläche entfernt.

Was wissen wir über Ceres

Ceres ist der kleinste bekannte Zwergplanet und gleichzeitig das größte Objekt im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Im Gegensatz zu Asteroiden, die im Wesentlichen nur unregelmäßig geformte Felsbrocken darstellen, ist Ceres kugelförmig und verfügt über einen planetenartigen Aufbau. Der Durchmesser des Zwergplaneten beträgt am Äquator 963 km und er bewegt sich in einer Ellipse in 1.682 Tagen um die Sonne. Aufgrund seiner Helligkeit lässt sich Ceres bereits mit dem Fernglas oder einem kleinen Teleskop auffinden.

Die Animation zeigt zahlreiche kleine Krater mit flachem Boden. (3D Animationen werden seit jeher genutzt, um zweidimensionale Bilder in anschauliche 3D Animationen zu verwandeln. Ein 3D Animator kann jedoch weitaus mehr.) Ceres ist wärmer und viel feuchter als Vesta, Dawns erstes Ziel und zweitgrößtes Objekt im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter, die die Sonde zwischen 2011 und 2012 umkreiste.

Die Wissenschaftler sind sich noch unschlüssig darüber, warum die Krater auf Ceres derart „glatt“ sind. Eine Möglichkeit ist das Vorhandensein von unterirdischem Wassereis, das von einem unterirdischen Ozean übriggeblieben sein könnte. Ein flüssiger Ozean unterhalb der Planetenoberfläche könnte auch heute noch existieren.

Die NASA hofft, dass die engere Umlaufbahn Antworten auf Ceres‘ Oberfläche und das eventuell vorhandene Wasser geben wird. Derzeit wird untersucht, was die Landschaftsformen über das Vorhandensein etwaiger Wasserreservoirs auf Ceres aussagen können.

Der Vergleich der Merkmale auf Ceres und Vesta soll den Wissenschaftlern beim Verständnis der Bedingungen im frühen Sonnensystem helfen.

Während Vesta und Ceres mit Kratern übersät sind, scheint Ceres eine geologisch aktive Oberfläche mit regelmäßigen Landbewegung zu besitzen.

Die seltsamen hellen Flecken – mittlerweile ist bekannt, dass es sich dabei um viele kleine statt zwei große handelt – bleiben allerdings immer noch ein Geheimnis. Die Wissenschaftler vermuten, dass es sich dabei um stark reflektierendes Eis handelt.

Doch auch wenn sich diese Vermutung als wahr erweist, bleibt die größere Frage, wie das Eis an der Oberfläche entstanden ist, bestehen. Gerade diese hellen Flecken machen Ceres besonders geheimnisvoll.

Sicher durch den Winter fahren

Viele Autofahrer, vor allem jene mit Familie, bevorzugen im Winter ein grosses, leistungsstarkes Fahrzeug, das ausreichend Schutz bietet. Leider vergessen viele dabei, dass ein solches Auto gerade bei erschwerter Witterung wie Schnee und Eis einiges an Fahrkönnen voraussetzt. Denn die passende Bereifung und eine angemessene Fahrweise können die Sicherheit im Strassenverkehr um ein Vielfaches erhöhen.

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Wäschereien sind nicht nur für Hotels

Wir leben in einer sehr hektischen Zeit. Unser Tagesablauf ist oft bis ins kleinste durchgeplant und dann bleibt oft das eine oder andere auf der Strecke. Frauen haben heutzutage kaum noch Zeit für den Haushalt, da sie selbst arbeitstätig sind. Falls auch noch Kinder da sind, wird die Zeit noch einmal enger. Das Waschen der Wäsche nimmt meist einige Zeit in Anspruch, auch wenn die Waschmaschine einen Großteil davon heute erledigen kann. Die Wäsche muss aufgehängt oder getrocknet, gebügelt und zusammengelegt werden. Das Verstauen im Schrank ist noch die kleinste Arbeit dabei.

Im Vergleich zum Waschen noch vor 100 Jahren ist das natürlich mit der Erfindung der Waschmaschine schon schneller geworden. Damals wurde noch per Hand und Waschbrett geschrubbt, damit auch die kleinsten Flecken heraus gewaschen werden. Das Bügeleisen wurde noch mit Kohle geheizt und dies hieß auch, besondere Vorsicht walten zu lassen, denn schnell war etwas verbrannt. Ein Waschtag war ein mühsamer langer Tag.

Bei Hotels und Pensionen beispielsweise, kümmerten sich schon damals speziell eingestellte Waschfrauen für die Wäsche, die strahlend weiß sein musste. Heute wird dieser Arbeitsgang gerne auf externe Wäschereien ausgelagert, denn für Gäste muss die Bettwäsche täglich sauber sein. Diese Mengen an Wäsche kann man kaum mit einer Waschmaschine und einem Trockner bewältigen, so werden professionelle Textilreinigungen hinzugezogen. Dies heißt jedoch nicht, dass Privatpersonen auf einen solchen Dienst verzichten müssen.

Wenn man sich täglich um Familie und Haushalt kümmern muss und auch noch einer geregelten Arbeit nachgeht, dann ist es keine Schande, sich von einer Wäscherei aushelfen zu lassen. Die Preise sind moderat und vor allem spart man viel Zeit, die man mit der Familie dann verbringen kann, anstatt in der Waschküche. Profis kümmern sich um die Wäsche und achten auch auf die richtige Pflege dabei. Es passiert nicht, dass die Wäsche verfärbt wird oder beim Bügeln verbrennt.

Ein sehr praktischer Dienst wird beim Cosmobutler angeboten, von dem man die Wäsche auch abholen und liefern lassen kann. Mit ganz einem einfachen Bestellvorgang kann man über das Internet eine Abholung veranlassen. Dies erspart zusätzliche Zeit, da man nicht aus dem Haus muss. Es lohnt sich einmal die Angebote anzusehen, denn eine Wäscherei ist nicht nur für ein Hotel gut.

Geplante Einführung des Sauberkeitsrappens sorgt für Zwist im Berner Stadtrat

Der sogenannte “Sauberkeitsrappen” ist ein Thema, das die im Berner Stadtrat vertretenen Parteien stark spaltet. Während sich die Bürgerlichen gegen die Gebühr wehren, signalisieren linke Parteien Zustimmung.

Das umstrittene Projekt geht auf eine Initiative der SP zurück. Die Gemeinderätin Ursula Wyss präsentierte im vergangenen Juni einen Vorschlag, nach dem Eventveranstalter, Take-aways, Nachtclubs und Lebensmittelläden die Entsorgung von Abfällen im öffentlichen Raum mitfinanzieren sollen. Sogar Schulen sollen in die Pflicht genommen werden. Nach Angaben der Stadt werden jedes Jahr rund 12 Millionen Franken für die Abfallentsorgung aufgewendet.

Bei Geschäften soll die Gebühr über den Umsatz ermittelt werden. Bei sogenannten Präsenzverursachern, zu denen auch Eventveranstalter gehören, wird der Beitrag über die Besucherzahl berechnet. Die genaue Höhe der Gebühr steht derzeit noch nicht fest. Als Startdatum wird offenbar der 01. Januar 2016 angepeilt. Bis es so weit ist, müssen jedoch noch zahlreiche juristische Unklarheiten aus dem Raum geschafft werden. Vor allem das geplante Bonus-Malus-System, das Recycling- und Abfallvermeidungsmaßnahmen belohnen soll, sorgt derzeit für Auseinandersetzungen zwischen den Parteien.

Die gesamte Schweiz schaut auf Bern

Die Einführung einer Abfallgebühr wird auch in anderen Gemeinden diskutiert. Bern ist jedoch die bisher einzige Stadt, die ein solches Projekt realisieren will. Sollte der “Sauberkeitsrappen” zum Erfolgsmodell werden, ist damit zu rechnen, dass andere Städte nachziehen und ihrerseits eine Gebühr zur Abfallentsorgung einführen. Der Gemeinderat hat bereits 150.000 Franken bereitgestellt, um die Durchführung des Projekts voranzutreiben. Zusätzlich hat die Stadtregierung eine Erhöhung des Projektierungskredits auf 400.000 Franken beantragt.

In der Stadtkasse klafft ein großes Loch

Im Jahr 2012 kam das Bundesgericht zu dem Schluss, dass die Stadt Bern zwischen 2007 und 2012 illegal 20 Millionen CHF an Abfallgebühren erhoben hatte. Die Pauschalgebühr richtete sich nach der Bruttogeschossfläche der Geschäfte. Gemäss dem Verursacherprinzip mussten Gebäude mit viel Publikumsverkehr, unter anderem Kinos und Supermärkte, mehr bezahlen als Kioske und andere Kleinunternehmen. Pro Jahr flossen so knapp 5 Millionen Franken in die Stadtkasse. Die Rückzahlung der zu Unrecht erhobenen Beträge ist inzwischen fast abgeschlossen.

Kritiker sehen in dem “Sauberkeitsrappen”-Projekt einen neuerlichen Versuch, das Haushaltsloch mit einer Zwangsabgabe zu stopfen. Vorgebracht wird unter anderem der Einwand, dass Besucher von Nachtclubs, in denen hochprozentiger Alkohol ausgeschenkt wird, sich weniger rücksichtsvoll verhalten als Kunden von Take-away-Anbietern. An den Wochenenden seien manche Straßenecken von Glassplittern übersät, die von zertrümmerten Bierflaschen stammten. Es könne nicht sein, dass alle Berner Geschäfte und öffentlichen Einrichtungen dafür zur Kasse gebeten würden.

Die FDP spricht bereits von einer “Strafgebühr”, gegen die sie sich “mit allen Mitteln” wehren werde. Der Direktor der Innenstadtorganisation “Bern City”, Sven Gubler, fürchtet eine massive Erhöhung des Verwaltungsaufwands. Er vermutet außerdem, dass viele Geschäftsinhaber sich weigern werden, ihre Umsätze zu deklarieren.

Solides Wachstum: Schweizer IT-Branche steht glänzend da

Die Schweizer IT-Branche hat im vergangenen Jahr ihren Höhenflug fortgesetzt. Laut einer offiziellen Statistik wuchsen das Marktvolumen in den letzten 12 Monaten um sage und schreibe 4,6 Prozent. Im Vorjahr hatte das Wachstum noch bei 2,3 Prozent gelegen – ebenfalls ein respektabler Wert, doch zu wenig, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Erst ab einem Jahreswachstum von 3,0 Prozent und mehr entstehen neue Jobs, die in der Schweiz so gut bezahlt sind wie in keinem anderen europäischen Land.

Der Zeitschrift “Computerworld” zufolge blickt die Branche weitgehend optimistisch in die Zukunft. Herausragend war in diesem Jahr die Performance zweier amerikanischer Unternehmen: Google stieß erstmalig in die Top Ten vor, Apple legte in der Schweiz ein Umsatzplus von zehn Prozent hin. Auch die Verantwortlichen bei Huawei hatten Grund zur Freude: Unter dem Strich steht ein Wachstum von 84 Prozent, das insbesondere zwei Großaufträgen von Sunrise und der Swisscom zu verdanken ist.

Die Schweizer IT-Infrastruktur gilt als vorbildlich

Die Unternehmen profitieren von einer gut ausgebauten Infrastruktur, die im europäischen Maßstab als herausragend gilt. In Zürich und anderen Großstädten sind bereits heute Downloadraten von mehr als 6 Mbps möglich – zumindest dann, wenn man Kunde der Swisscom ist. Aber auch andere Unternehmen wie Orange oder Sunrise konnten ihre Netzleistungen in stark frequentierten Regionen in den letzten Jahren enorm verbessern. In ländlich geprägten Regionen gibt es hinsichtlich der Qualität der Datennetze allerdings noch Nachholbedarf. Dies gilt jedoch nicht für das gesamte Land: In Winterthur erzielen Orange-Kunden heute eine fünfmal so hohe Download-Rate wie vor sechs Jahren.

Die Swisscom baut das neue Datennetz des Bundes

Bereits im Februar wurde bekannt, dass die Swisscom den Zuschlag für die Errichtung des neuen Datennetzes des Bundes erhielt. In den kommenden fünf Jahren sollen rund 400 Standorte der Bundesverwaltung mit der neuen Netz-Infrastruktur ausgestattet werden. Eine Ausdehnung auf 1.400 Standorte steht derzeit im Raum. Sollte sich der Bund für diese Option entscheiden, würde der Vertrag bis 2026 verlängert. Das Auftragsvolumen liegt bei 11 Millionen Franken; hinzu kommen weitere 218 Millionen, wenn alle Vertragsoptionen in Anspruch genommen werden.

Der Bundesrat ließ überdies verlauten, dass die Errichtung kritischer IT-Infrastrukturen zukünftig nur noch in die Hände von heimischen Unternehmen gelegt werden soll. Damit reagiert die Regierung auf die jüngsten NSA-Abhörskandale, von denen auch die Schweiz betroffen ist.

Dell und Acer verlieren an Boden, Swisscom Nr.1 im IT-Service-Bereich

Mit Dell und Acer stehen zwei der weltgrößten Hardware-Anbieter auf der Liste der Firmen, die in diesem Jahr Umsatzrückgänge zu verzeichnen hatten. Anders als die TK-Branche, der es so gut geht wie selten, schwächelt der Hardware-Sektor seit Jahren. Bei den IT-Servicedienstleistungen hat die Swisscom ihre Position weiter ausgebaut und steht nun unangefochten an der Top-Position. Die Umstrukturierungen der vergangenen Jahre, die auch Entlassungen von Mitarbeitern beinhalteten, zeigen offenbar Wirkung. Im Großkundengeschäft wird mit einem weiteren Wachstum gerechnet: Hier sollen mittelfristig neue Stellen geschaffen werden.

Doch auch die 3D-Druck-Technologie hält in der Schweiz Einzug – so verkauf die Post in ihrem Online-Shop neuerdings auch 3D-Drucker. Wer sich fragt, wozu 3D-Drucker eigentlich überhaupt gut sind, sollte sich diesen interessanten Artikel des Copyshops Copyplanet Berlin durchlesen.

Stadt Bern richtet weitere Tempo 20-Zone ein

Für das neue Begegnungsquartier im Berner Burgfeld plant die Stadtverwaltung Maßnahmen, die bei den meisten Bewohnern auf Zustimmung stoßen. Im gesamten Gebiet wird künftig eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 20 Stundenkilometern gelten. Spiel- und Aufenthaltsflächen sollen mit grünen Gitternetzlinien gekennzeichnet werden. Sechs Zoneneingänge werden mit entsprechenden Verkehrsschildern markiert; zudem werden zur Beruhigung des Verkehrs Blumentröge aufgestellt. Die Stadt will dafür insgesamt 95.000 Franken bereitstellen.

Mit der Einrichtung der Begegnungszone wird die Forderung des Stadtrats erfüllt, die Situation für Kinder zu verbessern. Derzeit gibt es nur wenige Spielmöglichkeiten, sodass Eltern gezwungen sind, weit entfernte Spielplätze aufzusuchen. Ein weiteres Problem sind die fehlenden Trottoirs: Etliche Hauseingänge führen direkt auf die Straße. Eine Verkehrsberuhigung wird von den Anwohnern daher seit Langem gefordert.

Die Verkehrssituation im Burgfeld ist seit jeher problematisch

Die verzweigten Straßen im Burgfeld sind für Autofahrer schlecht einsehbar, sodass spielende Kinder häufig erst in letzter Sekunde bemerkt werden. Da es momentan nur ein Tempo 50-Limit gibt, ist das Risiko eines schweren Unfalls enorm hoch. Bei einer Vollbremsung ist die Zeit bis zum Anhalten ungleich länger als bei Geschwindigkeiten unterhalb von 20 Stundenkilometern. Durch die Begegnungszone werde das Quartier für Fußgänger sicherer, so die Befürworter des Projekts.

Lokale Unternehmen sehen die Pläne mit Sorge

Im Burgfeld gibt es eine Reihe kleiner und mittelständischer Firmen, die auf die Verkehrswege angewiesen sind. Vielen der Unternehmen gehen die Pläne der Verantwortlichen zu weit. Sie weisen darauf hin, dass es schon jetzt schwer sei, mit dem Auto ins Quartier zu gelangen. Durch weitere Verkehrsbehinderungen werde es noch mühsamer, den Weg zu den Betrieben zu finden. Am Ende werde aus dem Quartier ein Museum, in dem kein Unternehmen überleben könne.

Bereits vor einiger Zeit hat die Stadt begonnen, Wohnquartiere in fußgängerfreundliche Begegnungszonen umzuwandeln. Derzeit gibt es in Bern 82 kleinere Zonen, in denen für Fahrzeuge Tempo 20 gilt. Neben dem Burgfeld sind im Breitfeld sowie im Obstberg zwei weitere Zonen geplant.

Die Mehrheit der Schweizer wünscht sich innerstädtische Tempolimits

Gäbe es morgen eine Abstimmung, würden sich die meisten Schweizer für eine innerstädtische
Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer entscheiden. In einer Umfrage der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) gaben 48 Prozent der Teilnehmer an, sie würden ein generelles Tempolimit in Ortschaften begrüßen. Nur auf Hauptverkehrsadern solle weiterhin Tempo 50 gelten. Im Jahr 2002 lag der Anteil der Befürworter noch bei 39 Prozent.

Bei der Untersuchung wurden mehr als 1000 Personen aller gesellschaftlichen Gruppen befragt. Interessanterweise zeigte sich bei der Umfrage, dass die Zustimmung bei Frauen und Personen mit hohen Bildungsabschlüssen besonders groß ist. Rund zwei Drittel aller Befragten glauben, dass durch die Einrichtung von Tempo-30-Zonen das Unfallrisiko gesenkt werden kann.

Überlastete Justiz: Dem Kanton Bern entgehen jährlich Strafzahlungen in Millionenhöhe

Sogenannte “Kavaliersdelikte” wie Falschparken oder geringfügige Tempoüberschreitungen werden heute per Strafbefehl geahndet. Die Zahl der Verfahren hat im Laufe der letzten Jahre jedoch derart zugenommen, dass die Staatsanwaltschaften mit dem Abarbeiten der Vorgänge kaum nachkommen. Alleine im Bereich Verkehr gibt es pro Jahr Millionen von Vergehen, von denen die meisten nicht per Gerichtsprozess, sondern durch die Zustellung eines Strafbefehls erledigt werden. Auch im Kanton Bern erhalten Verkehrssünder eine amtliche Mitteilung, in der das Strafmaß verkündet wird.

Im Schweizer Strafrecht spielt der Strafbefehl seit jeher eine große Rolle. Die dahinterstehende Überlegung ist, Strafverfahren so weit wie möglich zu verkürzen und die Gerichte zu entlasten. Zudem fallen die Verfahrenskosten niedriger aus, da nur die Staatsanwaltschaft in den Vorgang involviert ist. Bereits vor dem Inkrafttreten der vereinheitlichten Strafprozessordnung 2011 wurden mehr als 90 Prozent aller Verfahren per Strafbefehl erledigt. Im Zuge der Reform wurde der Anwendungsbereich deutlich erweitert, sodass nun über 95 Prozent aller in der Schweiz begangenen Straftaten mit einem Strafbefehl geahndet werden können.

Ein weiterer Vorteil, den die neue Strafprozessordnung bietet, ist die Vereinheitlichung der Verfahrenserledigung. Massendelikte werden heute in jedem Kanton nach denselben gesetzlichen Vorgaben abgewickelt. Zudem erwarten die Verurteilten ähnliche Sanktionen. Als Richtschnur dienen die Strafmaßempfehlungen der Staatsanwälte-Konferenz, deren Präsident Rolf Grädel einer der bekanntesten Befürworter der neuen Regelung ist.

Der Pendenzenberg wächst immer weiter an

Im Kanton Bern gab es Ende 2011 eine Änderung des Personenbeförderungsgesetzes, die eine strengere Behandlung von Schwarzfahrern zum Ziel hatte. Aus diesem Grund gingen im Jahr 2013 rund 9.400 Strafanzeigen mehr ein als im Vorjahr. Aufgrund der fehlenden personellen Ressourcen sehen sich die Behörden jedoch außerstande, diesen Mehraufwand zu leisten. Die Konsequenz: Ende des Jahres waren noch rund 19.000 Strafbefehle hängig. Damit entgehen dem Kanton Einnahmen in mittlerer einstelliger Millionenhöhe.

Der Strafbefehl hat eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz

Rechtlich gesehen ist ein Strafbefehl nichts weiter als ein Angebot der Staatsanwaltschaft an den Beschuldigten. Nach Erhalt des Befehls hat dieser zehn Tage Zeit, Einspruch zu erheben. Dennoch akzeptieren die weitaus meisten Menschen die vorgeschlagene Strafe: Im Kanton Bern landet nur einer von 100 Strafbefehlen auf dem Tisch des zuständigen Richters.

Die hohe Akzeptanz des Strafbefehls liegt unter anderem darin begründet, dass das Zustellen eines Bescheides ungleich diskreter ist als ein Prozess, der in einem öffentlichen Gerichtsgebäude stattfindet. Gerade Prominente schätzen daher die Möglichkeit des abgekürzten Strafverfahrens. Die Boulevardpresse ist dafür bekannt, selbst kleinere Fehltritte so aufzubauschen, dass das Ansehen des Beschuldigten erheblich leidet. Durch die Annahme des Strafbefehls entgeht man einem peinlichen Gerichtsverfahren, dem prinzipiell jeder Schweizer Bürger beiwohnen kann.

Bartering: Geschäfte machen ohne Geld

Das Bartering (auch: Barter-Clearing) ist eine hervorragende Möglichkeit, Umsätze zu generieren, ohne die Liquidität des eigenen Unternehmens zu gefährden. Im Prinzip handelt es sich bei dieser Form der Geschäftsabwicklung um einen Tauschhandel: Geschäftspartner A braucht ein Produkt oder eine Dienstleistung, verfügt aber nicht über die nötigen finanziellen Mittel. Geschäftspartner B entdeckt im Angebot von Geschäftspartner A etwas, was er seinerseits gut gebrauchen könnte, und schlägt einen Tausch vor.

Nach diesem Muster lassen sich weitaus mehr Geschäfte realisieren, als man glaubt. Gerade im Bereich der Dienstleistungen ergeben sich hierdurch völlig neue Möglichkeiten, die verschlossen bleiben, wenn man sich auf den Gebrauch gesetzlicher Zahlungsmittel beschränkt. Die gedankliche Hürde, die hierbei übersprungen werden muss, ist jedoch relativ hoch: Die meisten Menschen des Westens sind es gewohnt, jedem Gegenstand und jeder erbrachten Leistung einen Wert beizumessen. Sich davon zu lösen, ist deshalb nicht einfach. Lässt man althergebrachte Denkweisen jedoch erst einmal hinter sich, wird offenbar, welch gewaltiges Potenzial das Bartering bietet.

Kompensationsgeschäfte münden oft in langfristige Geschäftsbeziehungen

Einzelhändler in Innenstädten kennen diese Situation: Kunden stehen vor dem Schaufenster und betrachten die ausgestellten Waren, machen aber trotz ihres offenkundigen Interesses keine Anstalten, den Laden zu betreten. Der Grund: Sie haben kein ausreichendes Budget zur Verfügung. Durch das Abschließen eines Kompensationsgeschäftes lässt sich dies elegant umgehen. Am Ende profitieren beide Seiten, wobei der Händler noch den zusätzlichen Vorteil hat, dass er den Geschäftspartner ab sofort zu seinem Kundenkreis zählen kann. Verfügt dieser irgendwann wieder über genügend Geldmittel, wendet er sich mit ziemlicher Sicherheit erneut an den Händler, mit dem er zuvor bereits zu tun hatte.

Internet-Tauschbörsen bringen Menschen in aller Welt zusammen

Internet-Tauschplattformen zählen nicht umsonst zu den meistbesuchten Webseiten. Per Mausklick kann man innerhalb von Sekunden jemanden finden, der Interesse an den eigenen Produkten oder Dienstleistungen hat. Häufig geht es dabei nicht um Gebrauchsgegenstände wie Küchengeräte oder Kinderspielzeug, sondern um Tätigkeiten, von denen man einen konkreten Nutzen hat. Beispiele sind das Schneiden von Hecken, Babysitten oder das Durchführen von Schönheitsreparaturen bei Umzügen. Manche Tauschbörsen verfügen über mehr als 500 Kategorien, in denen man von der Hörspielkassette bis zum Champions-League-Ticket nahezu alles finden kann, was auch auf regulären Handelsplattformen angeboten wird.

Es fehlt an Rechtssicherheit

Ein Problem, das sich beim Bartering zwangsläufig ergibt, ist die Handhabung der Gewährleistung. Weist das gelieferte Produkt einen Mangel auf, kann dieser zwar reklamiert werden – ob man einen angemessenen Ersatz bekommt, ist jedoch unsicher, zumal der Geschäftspartner in vielen Fällen nicht liquide ist. In der Schweiz gibt es bisher keine gesetzliche Grundlage, auf der getauschte Leistungen und Produkte gegeneinander aufgerechnet werden können. In Deutschland gibt es im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) zwar Bestimmungen zum Tausch, die aber nur mit Einschränkungen anwendbar sind.

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