Die Schweizer IT-Branche hat im vergangenen Jahr ihren Höhenflug fortgesetzt. Laut einer offiziellen Statistik wuchsen das Marktvolumen in den letzten 12 Monaten um sage und schreibe 4,6 Prozent. Im Vorjahr hatte das Wachstum noch bei 2,3 Prozent gelegen – ebenfalls ein respektabler Wert, doch zu wenig, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Erst ab einem Jahreswachstum von 3,0 Prozent und mehr entstehen neue Jobs, die in der Schweiz so gut bezahlt sind wie in keinem anderen europäischen Land.

Der Zeitschrift “Computerworld” zufolge blickt die Branche weitgehend optimistisch in die Zukunft. Herausragend war in diesem Jahr die Performance zweier amerikanischer Unternehmen: Google stieß erstmalig in die Top Ten vor, Apple legte in der Schweiz ein Umsatzplus von zehn Prozent hin. Auch die Verantwortlichen bei Huawei hatten Grund zur Freude: Unter dem Strich steht ein Wachstum von 84 Prozent, das insbesondere zwei Großaufträgen von Sunrise und der Swisscom zu verdanken ist.

Die Schweizer IT-Infrastruktur gilt als vorbildlich

Die Unternehmen profitieren von einer gut ausgebauten Infrastruktur, die im europäischen Maßstab als herausragend gilt. In Zürich und anderen Großstädten sind bereits heute Downloadraten von mehr als 6 Mbps möglich – zumindest dann, wenn man Kunde der Swisscom ist. Aber auch andere Unternehmen wie Orange oder Sunrise konnten ihre Netzleistungen in stark frequentierten Regionen in den letzten Jahren enorm verbessern. In ländlich geprägten Regionen gibt es hinsichtlich der Qualität der Datennetze allerdings noch Nachholbedarf. Dies gilt jedoch nicht für das gesamte Land: In Winterthur erzielen Orange-Kunden heute eine fünfmal so hohe Download-Rate wie vor sechs Jahren.

Die Swisscom baut das neue Datennetz des Bundes

Bereits im Februar wurde bekannt, dass die Swisscom den Zuschlag für die Errichtung des neuen Datennetzes des Bundes erhielt. In den kommenden fünf Jahren sollen rund 400 Standorte der Bundesverwaltung mit der neuen Netz-Infrastruktur ausgestattet werden. Eine Ausdehnung auf 1.400 Standorte steht derzeit im Raum. Sollte sich der Bund für diese Option entscheiden, würde der Vertrag bis 2026 verlängert. Das Auftragsvolumen liegt bei 11 Millionen Franken; hinzu kommen weitere 218 Millionen, wenn alle Vertragsoptionen in Anspruch genommen werden.

Der Bundesrat ließ überdies verlauten, dass die Errichtung kritischer IT-Infrastrukturen zukünftig nur noch in die Hände von heimischen Unternehmen gelegt werden soll. Damit reagiert die Regierung auf die jüngsten NSA-Abhörskandale, von denen auch die Schweiz betroffen ist.

Dell und Acer verlieren an Boden, Swisscom Nr.1 im IT-Service-Bereich

Mit Dell und Acer stehen zwei der weltgrößten Hardware-Anbieter auf der Liste der Firmen, die in diesem Jahr Umsatzrückgänge zu verzeichnen hatten. Anders als die TK-Branche, der es so gut geht wie selten, schwächelt der Hardware-Sektor seit Jahren. Bei den IT-Servicedienstleistungen hat die Swisscom ihre Position weiter ausgebaut und steht nun unangefochten an der Top-Position. Die Umstrukturierungen der vergangenen Jahre, die auch Entlassungen von Mitarbeitern beinhalteten, zeigen offenbar Wirkung. Im Großkundengeschäft wird mit einem weiteren Wachstum gerechnet: Hier sollen mittelfristig neue Stellen geschaffen werden.

Doch auch die 3D-Druck-Technologie hält in der Schweiz Einzug – so verkauf die Post in ihrem Online-Shop neuerdings auch 3D-Drucker. Wer sich fragt, wozu 3D-Drucker eigentlich überhaupt gut sind, sollte sich diesen interessanten Artikel des Copyshops Copyplanet Berlin durchlesen.